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Ein Herbsttag in Aachen – Cafés, kleine Läden und meine liebsten Food-Spots

by Julias Torten und Törtchen

Ein persönlicher Aachen Travel Guide für den Herbst mit schönen Cafés, kleinen Läden, kulinarischen Tipps, Aachener Dom, Tee, Printen und meinen liebsten Food-Spots.

Ich finde, Aachen ist eine Stadt für den Herbst. Natürlich ist die Altstadt zu jeder Jahreszeit schön, aber an einem trockenen, sonnigen Herbsttag passt hier für mich alles besonders gut zusammen: das warme Licht auf den alten Fassaden, ein paar erste goldene Blätter auf dem Kopfsteinpflaster, kleine Tische vor Cafés und diese ganz besondere Mischung aus kühler Luft und Sonne, bei der man noch draußen sitzen kann, wenn man sich ein bisschen in die Jacke kuschelt.

Aachen ist für mich auch keine Stadt, die man mit einer langen Liste von Sehenswürdigkeiten besuchen sollte. Viel schöner ist es, sich treiben zu lassen. Ein bisschen zu frühstücken, durch kleine Straßen zu laufen, irgendwo stehen zu bleiben, weil ein Schaufenster schön aussieht, später Tee zu kaufen, Kuchen zu essen und am Ende festzustellen, dass der Tag eigentlich hauptsächlich aus Essen, Spazierengehen und kleinen Umwegen bestanden hat.

Die Innenstadt ist nicht riesig groß, aber sie fühlt sich trotzdem nie langweilig an. Hinter einer Häuserreihe öffnet sich plötzlich ein kleiner Platz, eine schmale Gasse führt zu einem Café, irgendwo stehen ein paar Tische auf dem Pflaster, und zwischen den Dächern taucht immer wieder der Dom auf. Es sind oft gar nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die mir dabei am meisten gefallen, sondern diese vielen kleinen Szenen dazwischen.

Frühstück bei Leni liebt Kaffee Schwarz

Mein perfekter Aachen-Tag würde ziemlich sicher mit Frühstück beginnen – bei Leni liebt Kaffee Schwarz in der Rosstraße, ganz in der Nähe des Roskapellchens.

Ich bin ursprünglich nur deshalb dort gelandet, weil es ungefähr 30 Meter von meiner Wohnung entfernt ist. Inzwischen gehe ich aber immer wieder hin, obwohl die praktische Lage längst nicht mehr der einzige Grund dafür ist.

Beim Frühstück bin ich nämlich vergleichsweise schwer zu überzeugen. Gerade in der eigenen Stadt gehe ich nicht besonders oft auswärts frühstücken, weil ich bei vielen Angeboten denke, dass ich mir das zu Hause genauso schön – oder vielleicht sogar besser – machen könnte.

Bei Leni ist das anders.

Viele der Frühstücksgerichte sind so zusammengestellt, dass ich danach schon mehrfach Lust bekommen habe, ähnliche Kombinationen selbst auszuprobieren. Nichts wirkt überladen oder unnötig kompliziert, aber trotzdem ist alles ein bisschen besonderer als das klassische Frühstück mit Brötchen und Käse. Dazu kommen sehr gute Getränke, selbstgemachte Kuchen und ein unglaublich freundlicher Service.

Am liebsten sitze ich dort draußen. Das Café liegt nah an der Innenstadt und fühlt sich trotzdem erstaunlich ruhig an. Gegenüber steht das kleine Roskapellchen, rundherum ist wenig Verkehr und an einem sonnigen Herbstmorgen kann man dort wunderbar langsam in den Tag starten.

Langsam Richtung Altstadt

Von dort würde ich gar keine feste Route planen, sondern einfach Richtung Innenstadt laufen – zum Beispiel über die Annastraße in Richtung Dom.

Aachen ist für mich ohnehin eine Stadt, die man am besten zu Fuß entdeckt. Viele Straßen rund um die Altstadt sind schmal und leicht verwinkelt, dazwischen stehen alte Backsteinfassaden, Naturstein, kleine Erker und Fenster, an denen man automatisch ein bisschen langsamer vorbeigeht.

Manche Ecken erinnern mich dabei tatsächlich ein wenig an Bonn. Ich bin in der Nähe von Bonn aufgewachsen und einige Fassaden und Straßenzüge haben etwas Vertrautes für mich. Gleichzeitig wirkt Aachen auf mich heute viel lebendiger. Es gibt erstaunlich viele kleine Geschäfte, Cafés, Konditoreien und Restaurants, die nicht austauschbar wirken und wegen denen es sich lohnt, eben nicht nur die Hauptstraße entlangzulaufen.

Und dann ist da natürlich der Aachener Dom.

Wahrscheinlich sollte man das im Rheinland nicht allzu laut sagen, aber ich finde ihn tatsächlich schöner als den Kölner Dom. Damit habe ich mir vermutlich endgültig jedes Wohlwollen in Köln verspielt.

Was ich am Aachener Dom besonders schön finde, ist dabei gar nicht nur das Gebäude selbst, sondern wie sehr er mit der Altstadt verwoben ist. Er steht nicht völlig frei und monumental in der Stadt, sondern taucht immer wieder zwischen den Häusern auf. Mal sieht man nur einen Turm, mal ein Stück Dach, dann wieder eine dunkle Fassade zwischen zwei Straßenzügen – und ein paar Schritte später steht man direkt davor.

Gerade dieses Wechselspiel macht die Gegend rund um den Dom für mich so besonders.

Durch die kleinen Gassen treiben lassen

Spätestens hier würde ich den Stadtplan einfach vergessen.

Rund um den Dom, die Krämerstraße, den Hof und die kleinen Straßen der Altstadt kann man wunderbar eine Weile herumwandern, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben. Genau das mag ich an Aachen so gerne.

Überall gibt es kleine Terrassen, Cafés in alten Häusern, Restaurants, Geschäfte und Durchgänge, die man vorher gar nicht gesehen hat. Manche Plätze sind so klein, dass sie eher wie eine Erweiterung der umliegenden Straßen wirken, und gerade dadurch entsteht diese gemütliche Atmosphäre.

Aachen ist wahrscheinlich nicht die erste Stadt, die einem für ein Wochenende voller Nachtleben einfällt. Dafür ist sie perfekt für einen langsamen Tag. Für ein bisschen Flanieren, gutes Essen, einen Kaffee zwischendurch, alte Häuser und diese angenehme Form von Stadt, bei der nicht ständig das Gefühl entsteht, etwas verpassen zu können.

Und vielleicht gefällt mir genau deshalb die kulinarische Seite Aachens so gut.

Tee im Haus Eulenspiegel

An meinem Herbsttag bin ich irgendwann im Haus Eulenspiegel gelandet, einem kleinen Teeladen mitten in der Altstadt.

Eigentlich wollte ich nur kurz hineinschauen.

Natürlich blieb es nicht dabei.

Teeläden haben im Herbst ohnehin eine gewisse Anziehungskraft auf mich. Sobald es draußen kühler wird, klingt plötzlich jede Mischung ein bisschen verlockender als im Sommer und man steht viel länger vor den Dosen, als man ursprünglich vorhatte.

Im Haus Eulenspiegel kann man sich wunderbar durchs Sortiment schnuppern und ein paar Sorten für zu Hause mitnehmen. Für mich ist Tee ohnehin eines dieser kleinen Dinge, die sofort dafür sorgen, dass sich Herbst tatsächlich nach Herbst anfühlt.

Mein Favorit ist inzwischen Dubai Night, eine Mischung aus schwarzem und grünem Tee mit Blüten und Bergamotte. Der Tee ist floral und aromatisch, aber gleichzeitig sehr fein – nicht süß oder aufdringlich, sondern einfach ungewöhnlich gut.

Ich hatte nach meinem Besuch mehrere verschiedene Sorten mit zur Arbeit genommen und dort durchprobieren lassen. Dubai Night war am Ende tatsächlich bei fast allen der Favorit. Seitdem gehört er für mich definitiv zu den Sorten, die ich immer wieder kaufen würde.

Sehr gerne mochte ich auch einen Sanddorntee. Dieses leicht Fruchtige und Säuerliche passt für mich sowieso perfekt in die kühlere Jahreszeit.

Und vielleicht ist genau so ein kleiner Laden auch das schönste Souvenir aus einer Stadt: etwas, das nicht nur im Regal steht, sondern Wochen später zu Hause wieder an diesen Tag erinnert.

Ein Stück Kuchen gehört dazu

Irgendwann am Nachmittag gehört für mich dann natürlich noch Kaffee und Kuchen dazu.

Aachen macht einem das glücklicherweise ziemlich leicht. In der Innenstadt gibt es so viele Cafés und Konditoreien, dass ich dafür gar nicht unbedingt einen einzigen festen Ort empfehlen würde. Viel schöner finde ich es, spontan zu schauen, wo gerade ein schöner Tisch frei ist. Wer sich aber dennoch eine Empfehlung wünscht sollte mal nach Lammerskötter im Hof, Café Middelberg oder Café van den Daele schauen.

Am besten draußen.

Diese letzten sonnigen Herbsttage, an denen die Luft schon kühl ist, aber die Sonne noch genug Wärme hat, gehören für mich zu den schönsten Tagen im Jahr. Ein Stück Kuchen, eine Tasse Kaffee und ein Platz irgendwo zwischen alten Häusern reichen dann eigentlich vollkommen aus.

Und wenn es schon kulinarisch durch Aachen geht, dürfen natürlich auch Aachener Printen nicht fehlen. Spätestens im Herbst fühlen sie sich für mich wieder vollkommen richtig an – auch wenn Weihnachten eigentlich noch ein bisschen entfernt ist. Ich mag besonders die weißen Weichprinten mit Haselnüssen in der Glasur von der Printenbäckerei Klein, aber da in der Innenstadt oft kleine Kostproben an Printen verteilt werden, lohnt es sich auch, sich hier einfach mal durch alle Printenbäckereien durchzuprobieren! In der Printenbäckerei Klein war ich letztes Jahr schon einmal und habe euch ein paar Einblicke in die Backstube mitgebracht: Zum Beitrag

Etwas für später: Pasta Nudelmanufaktur

Eine Adresse, die ich ebenfalls sehr gerne mag, ist die Pasta Nudelmanufaktur.

Für mich ist das weniger ein klassischer Restauranttipp als ein Ort, an dem ich mir gerne etwas für zu Hause mitnehme. Besonders die handgemachten Gnocchi sind unglaublich gut – tatsächlich mit die besten, die ich bisher gekauft habe.

Genau solche Läden mag ich in einer Innenstadt. Orte, die nicht genauso gut in irgendeiner anderen Stadt stehen könnten, sondern bei denen man gezielt etwas mitnimmt, weil man weiß, dass es dort einfach besonders gut ist.

Also noch ein Paket frische Gnocchi in die Tasche und ein kleines Stück Aachen für den nächsten Abend mit nach Hause nehmen.

Abends zu AKL

Und wenn nach Frühstück, Kuchen, Tee und all den kleinen Zwischenstopps irgendwann wieder Hunger aufkommt, endet mein perfekter Aachen-Tag bei AKL.

Als ich nach Aachen gezogen bin, war AKL einer dieser Orte, die mir von erstaunlich vielen Menschen unabhängig voneinander empfohlen wurden. Immer mit ungefähr derselben Aussage: Da musst du hin.

Ich war trotzdem erst einmal skeptisch.

Und habe dementsprechend viel zu lange gewartet.

AKL serviert libanesisches Essen und vor allem die Shawarma sind für mich inzwischen wirklich ein Klassiker. Das Brot ist knusprig, die Saucen haben unglaublich viel Geschmack, dazu kommen Kräuter, Gewürze und etwas Frisches beziehungsweise leicht Säuerliches – genau diese Mischung macht es so gut.

Der Laden selbst ist dabei eher unscheinbar. Vielleicht ist das sogar ein Teil des Charmes. Kein Ort, der schon von außen besonders spektakulär wirken möchte, sondern einer, bei dem einfach das Essen überzeugt.

Es gibt einen kleinen To-go-Bereich und direkt daneben die Möglichkeit, sich hinzusetzen. Wer etwas mitnimmt, muss manchmal ein paar Minuten warten, aber das lohnt sich.

Inzwischen verstehe ich jedenfalls sehr gut, warum mir AKL damals so oft empfohlen wurde.

Warum ich Aachen im Herbst so gerne mag

Vielleicht ist Aachen keine Stadt, bei der man schon vor der Reise eine endlose Liste an Sehenswürdigkeiten plant.

Aber genau das gefällt mir.

Man kann morgens lange frühstücken, danach durch kleine Gassen laufen, den Dom zwischen den Häusern entdecken, in einem Teeladen viel länger bleiben als gedacht, irgendwann draußen Kaffee trinken, ein Stück Kuchen essen, frische Pasta mitnehmen und am Abend noch bei AKL landen.

Dazwischen passiert eigentlich gar nicht so viel.

Und trotzdem fühlt sich der Tag voll an.

Vielleicht liegt es daran, dass Aachen trotz all seiner Geschichte nicht wie eine Kulisse wirkt. In den alten Häusern findet Alltag statt. Cafés sind voll, Menschen sitzen draußen, in kleinen Läden wird eingekauft, irgendwo klappern Tassen, und zwischen all dem ragt immer wieder der Dom über die Dächer.

Gerade im Herbst mag ich diese Mischung besonders. Wenn das Licht etwas weicher wird, die ersten Blätter die Farbe wechseln und man zum ersten Mal wieder richtig Lust auf Tee, Kuchen und lange Nachmittage in Cafés bekommt, fühlt sich Aachen für mich irgendwie genau richtig an.

Für einen Tag, an dem nicht möglichst viel passieren muss, sondern möglichst wenig geplant sein darf.

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